VT in Obersulm

1 Juni, 2008

Noch sind die jetzigen Freiwilligen in Guatemala, aber schon melden sich die neuen Freiwilligen, die ab September ihr FSJ in Guatemala antreten bei mir. Nach der ersten Kontaktaufnahme und den vielen Info-Mails, reiste ich am 21.Mai zum Vortreffen des neuen Freiwilligen-Jahrgangs von der Weltweiten Initiative e.V. in einem Gymnasium bei Obersulm bei Heilbronn:

Als Länderkoordinator für Guatemala war meine Aufgabe klar. Sieben Freiwillige werden nach Guatemala dieses Jahr ausreisen und ich stehe ihnen als Betreuer und Koordinator zur Seite. Das Kennenlernen von Lisa, Hanna, Andi, Sascha, Linda, Lena und Clemens war ein lustiger Prozess, der sich über die vier Tage des Treffens abspielte. In die Rolle des Betreuers und Verantwortlichen musste ich auch erst reinwachsen. Neben den allgemeinem Programm für die neuen Freiwilligen, informierte ich in verschiedenen Runden die Neuen zu wichtigen Themen der Vorbereitung und bereitete sich schon gedanklich auf ihr Jahr vor. Ihnen stehen noch viele Aufgaben bevor, mit denen ich selbst vor zwei Jahren zu kämpfen hatte.

Die Truppe der neuen Guatemalteken ist recht bunt und lustig und ich freue mich schon auf ein eventuelles Vor-VBS-Treffen in den nächsten Wochen und die Betreuung ihres FSJs!

Reunión in Dresden

5 Mai, 2008

Dass es funktioniert hat grenzt an ein Wunder… das zweite Guaterevival und es versammelten sich insgesamt 6 Ex-Guatemalafreiwillige in Dresden.

Neben der obligatorischen Stadtbesichtigung und Weggehen in den Nächten war natürlich einfach das Zurückerinnern an das unvergessliche Jahr der Mittelpunkt des Wochenendes.
Ich hoffe beim nächsten Mal sind alle dabei… vielleicht dann auch die Neuen die jetzt draußen sind :)

Regresé

28 April, 2008

Nach langer Abstinenz und einer zu großen Verzögerung mein Bericht über meinen Guatemalaaufenthalt im Februar/März in Guatemala:

Es war genau ein halbes verstrichen als ich am 26.Februar wieder auf guatemaltekischen Boden landete. Ich war geschockt als ich den Flughafen betrat, denn dieser hatte sich innerhalb des halben Jahres sehr verändert und sah jetzt sehr modern aus. Dieser Eindruck ging aber in den folgenden Momenten und Tagen schnell verloren:

Aus dem Flughafen war ich gezwungen den Preis eines Taxifahrers zu drücken und wenig später befand ich mich schon auf dem Weg nach Cobán. Die Spannung in mir stieg meine alte Heimat, die Leute und vor allem meine Freundin wiederzusehen. Angekommen war dann die einzige Überraschung dass sich eigentlich Nichts verändert. Ich kam mir wie ein vollkommen veränderter Mensch seit meiner Rückreise vor, aber hier in Cobán war alles stehen geblieben.

Ich lebte mich schnell bei der Familie meiner Freundin ein und begann bald die Arbeit, weswegen ich hauptsächlich gekommen war:

Im Colegio der Comunidad Esperanza besuchte ich die Klassen und die Aktivitäten, die durch die Hilfe becaminos finanziert werden. Vieles lief gut, aber noch nicht so wie wir uns vorgestellt hatten. Mit Rosario, der Verantwortlichen und Kontaktperson unserer Projekte in der Comunidad Esperanza gab es viel Gesprächsbedarf.

Schön war es schon zu sehen, wie die meist langweilige “organisatorische” Arbeit zu Hause in Deutschland hier in die Praxis umgesetzt wird. Am Besten konnte man das an dem Tanzkurs sehen, den ich damals selbst ins Leben gerufen habe.

Dazu gibt es ebenso einen kleinen Film (60 MB): Tanzstunde

Ebenso half ich bei einigen Projektaktivitäten mit, wie zum Beispiel diesem Orientierungstag der 1.Stufe des Colegios. Vor allem in der letzten Woche beschäftigte ich mich mit unseren Stipendienprogramm “becas” und besuchte ein paar der Familien und Schüler, die wir unterstützen.

Über die ganze Zeit war auch ein Thema meines Besuchs die Evaluation der Arbeit der Freiwilligen. Neben Gesprächen mit den Projektverantwortlichen, waren ein paar Runden mit den jetzigen Guatemala-Freiwilligen und natürlich das Weggehen zum Ende der Osterwoche obligatorisch.
Eine Woche nutzte ich auch um mir in der Hauptstadt und Xela weitere Sozialprojekte anzuschauen. Vor allem in Xela findet man eine Vielzahl an basisnahen Projekten in den gut Platz für Freiwillige wäre.

Zum Ende der Reise kehrte ich mal wieder nach Chiantla ein und besuchte dann dort die Freiwillige Katharina, die im Hochland auf 3200 Meter in einem kleinen Häuschen in einer bäuerlichen Gemeinde lebt und dort im abgelegenen Hochland in verschiedenen Schulen aushilft:

Mein fünfwöchiger Aufenthalt war viel zu schnell vorbei und den Großteil den ich mir für die Zeit vorgenommen hatte, konnte ich nicht bewältigen. Ein kleiner Urlaub am der Karibikküste mit Freundin war machbar, aber sonsten war die restliche Zeit von Arbeit, meiner eigentlichen Freizeitbeschäftigung geprägt. Mein nächster Reise in meine zweite Heimat steht noch in den Sternen, aber ich hoffe zur selben Zeit im nächsten Jahr wieder nach Guatemaravillosa zu kommen!

TNT in Bad Elster

27 Januar, 2008

Fast ein halbes Jahr nach Ende meines FSJs versammelte sich die Hälfte meines Jahrgangs und Mitfreiwilligen im Kurort Bad Elster im tiefsten Erzgebirge zwischen 27.-30.Dezember. Der Grund des Treffens war nicht das alleinige Wiedersehen nach eineinhalb Jahren nach dem ersten Vorbereitungsseminar, sonder vor allem der Austausch von Erfahrungen und Erlebnissen.

Auch wenn jeder doch wo anders gelebt und gearbeitet hat, sind die Erfahrungen ähnlich. Lustig waren die Abende und spannend die Tage in den zahlreichen Kleingruppendiskussionen. Zu schnell war das Treffen vorbei und damit endete dann wohl wirklich mein Jahrgang, denn so bald werde ich die Meisten nicht wiedersehen. Ich weiß allerdings dass ich für den Verein noch weiterhin in der Betreuung der Nachfolger aktiv sein werde… und Guatemala ist nicht so fern. Am 25.Februar fliege ich wieder nach Guatemala :) … aber nicht zum Urlaub, sondern zur Vereinsarbeit mit becamino und WISE.

Alle Berichte…

10 Januar, 2008

… der Guatemalafreiwilligen findet man hier:

Berichte – Linkliste

Viel Spaß beim Lesen!

(W)ortwechsel weltweit?

27 Dezember, 2007

WW

“(W)ortwechsel weltweit” ist der neue Name und das Programm der Freiwilligenzeitung meiner Trägerorganisation WISE e.V. … nach langer Suche wurde endlich ein neuer und besserer Name gefunden.

Jetzt ist auch die 1.Ausgabe meines Nachfolgerjahrgangs erschienen (insgesamt die 8.) und kann hier heruntergeladen und gelesen werden:

(W)ortwechsel weltweit – 4.Quartal 2007 (8.Ausgabe)

Momentan ist auch eine Sonderausgabe für jedes Land geplant, in der WISE-Freiwillige arbeiten. Ein Ausgabe mit Artikeln zu Guatemala wird zu den ersten zwei Heften gehören. Ich kümmere mich dabei um Layout und Koordination.

Im Mai wird sie dann hier erhältlich sein :)

becamino e.V. ist online

18 November, 2007

Neben der Arbeit als “Guatemala-Koordinator” für die neuen Freiwilligen in Guatemala, bin ich schon seit August mit dem ebenfalls Ex-Guatemala-Freiwilligen Benjamin Bayer in dem gemeinnützigen Verein becamino e.V. aktiv. Auf der jetzt für den ersten Schritt fertiggestellte Website www.becamino.de findet man alle Informationen über das was wir bis jetzt verwirklicht haben und was wir im nächsten Jahr vorhaben.

Für die nächsten Projekte reichen die bisherigen Spenden nicht aus und so können wir jede Spende gebrauchen um die sinnvolle basisnahe Arbeit in Cobán, Guatemala, fortzusetzen. Werden sie Partner!

Mit dem was ich auf dem Bild mache, beschäftigte ich mich den ganzen Morgen des letzten Samstag. In meinem alten Gymnasium in Eckental gab es einen Winter-und Skibasar und ich bekam Erlaubnis selbst einen kleinen Stand aufzumachen. Mit Beamer projizierte ich Bilder meines FSJs in Guatemala auf eine Leinwand und verkaufte dann gehäkelte Jonglierbälle die ich in hoher Stückzahl aus Guatemala mitgebracht/importiert hatte. Die Leute interessierten sich natürlich mehr für die Bälle als für mein FSJ, aber so konnte ich viele Bälle absetzen :)

Am Ende kamen so fast 100 € zusammen, die ich der Trägerorganisation meines FSJs spende! Wer auch Jonglierbälle braucht oder gute Verkaufsmöglichkeiten kennt bitte Bescheid geben.

Vortrags-Marathon

11 September, 2007

Es war ein komisches Gefühl nach eineinhalb Jahren wieder in mein altes Gymnasium zurückzukehren, in dem ich neun Jahre auf das Abitur hin unterricht wurde. Es hatte sich eigentlich nichts verändert: Es gibt jetzt eine Mensa, überall hängen komische Kunstobjekte herum :) , die Lehrer sehen etwas älter aus und die Schüler ein zwei Jahre unter mir find ich immer noch sehr jung für ihr Alter.

Mein Anliegen der Schule einen Besuch abzustatten war nicht Nostalgie, sondern ein anderer. Ich war eingeladen Vorträge über mein FSJ in Guatemala und meine Erfahrungen zu halten. Vor der Kollegstufe konnte ich in zwei Stunden meine ganzen Erfahrungen mit einer Bilderpräsentation nahe bringen und im Anschluss die Schüler auf die Frage “Abi und dann?” eine Alternative Antwort geben: Auslandszivi oder FSJ. Für die Mehrheit der Schüler mag diese Alternative interessant sein, aber ich merkte anhand der Anzahl der Gegenfragen dass es nur wenige wirklich versuchen werden ins Ausland zu gehen.

In den folgenden Tagen hielt ich auf Wunsch der Erdkundelehrer fünfmal den gleichen Vortrag für die fünf 8.Klassen des Gyms. Leider sollte ich vor allem auch viel Wert auf die allgemeine Beschreibung des Landes hinsichtlich des Geographiethemas “Entwicklungsländer” legen. Bei den ersten beiden Vorträgen fehlte dann die Zeit für die Beschreibung meiner Erfahrungen mit Bildern. Bei den anderen Vorträgen konnte ich den für die Schüler interessanteren Teil stärker ausführen.

Es war anstrengend, forderte einige Vorbereitungszeit, aber ich konnte mit einem guten Gefühl den Vortrags-Marathon beenden. Für die Schüler war es sicherlich interessant und ich habe auch dazu gelernt. Es war schon lustig einmal an den gleichen Orten wo man selbst jahrelang unterricht wurde selbst mal den Zeigestock in die Hand zu nehmen und “zu unterrichten”. Streng war ich aber nicht :)

Wer Ideen oder Vorschläge für weitere “Vortragsmöglichkeiten” hat kann mir gerne Bescheid geben…

Btw: Ich mache das nicht auf Provision :)

Mein Abschlussbericht…

31 August, 2007

… habe ich jetzt nach meiner Rückkehr letzte Woche aus Guatemala fertigstellen können. Es werden keine weiteren folgen, aber ich denke in den nächsten Wochen wird noch eine Bilderpräsentation folgen. Vielen Dank für das Interesse. In Guatemala habe ich gar nicht mitbekommen, dass doch einige meine Berichte gelesen haben und meine Mühen nicht umsonst waren :)

Wie immer viel Spaß beim Lesen und wie immer freue ich mich über Rückmeldungen!

-Bericht XII (24.07-22.08): Nur ein Jahr-

-Die 80 besten Bilder aus Guatemala-

 

Die Nachfolger

28 August, 2007

Schon fünf Tage nach unsere Rückkehr nach Deutschland fand das Treffen mit der Mehrheit unserer Nachfolger statt. Mit Antonia, Anna, Sebastian, Florian und Jonathan trafen wir uns in Nürnberg bei Jonathan zu Hause. Gekommen von uns waren Almut, Philipp, Jochen, Lukas, Almut und ich. Die Nachfolger würden in einer Woche ihr Jahr in Guatemala antreten und unsere Posten in den Projekten übernehmen. Damit ihr Start auch gut gelänge, trafen wir uns um ihnen noch einige Tipps und Erfahrungen weiterzugeben. Es wurde viel geredet und am Abend ging das “Vor-Ausreise-Training” in einer Latino-Disko weiter: Dort zeigten wir ihnen die typischen Tänze wie Merengue, Salsa und Bachata. Schnell lernten sie diese Paartänze mit uns zu tanzen, aber der wichtigste Tanz wurde leider nicht in der Disko gespielt: Regueton. Dafür konnten wir dann auf der Straße mit Musik aus dem Auto dazu abgehen :)

Am nächsten Tag ging unser Treffen weiter aber wir fuhren in die Stadt um dort eine Spendensammelaktion zu machen. Mit einem kleinen Stand verkauften wir mit einem Spiel Jonglierbälle, ließen Leute gegen Provision in Hängematten ausspannen, boten Massage an und “beeindruckten” die Leute mit Jonglage. Allerdings kam irgendwann das Ordnungsamt und später die Polizei und verjagten uns. Willkommen im deutschen Alltag.

Mittlerweile sind unsere Nachfolger in Guatemala ankommen und berichten nur Gutes. Ich wünsche für sie ein ebenso tolles und erfahrungsreiches Jahr wie ich erleben konnte. Als “Guatemala-Koordinator” meiner Trägerorganisation WISE e.V. bin ich für die Betreuung zuständig. Arbeit kann man das nicht nennen, denn ich erfahre immer gerne wie es ihnen ergeht und freue mich über jede Informationen die ich aus dem schönen Cobán bekomme. Ich wünschte mir mit ihnen tauschen zu können :) Vielleicht klappt es ja dass ich in den kommenden Semesterferien sie besuchen kann.

Zurück

26 August, 2007

Ich bin wieder in Deutschland. Mein Freiwilliges Soziales Jahr ist am Montag den 20.August zu Ende gegangen und am Dienstag habe ich mit den anderen Freiwilligen den Heimflug angetreten. Der Abschied war nicht einfach und nach der ersten Freude wieder in Deutschland zu sein und Freunde und Familie zu sehen, kommt bei mir jetzt schon wieder die Sehnsucht nach Guatemala hoch. In der kommenden Woche werde ich einen abschließenden Bericht veröffentlichen und ebenso eine Bilderauswahl des ganzes Jahres zum Download anbieten.

Die Sintlflut? El Diluvio?

15 August, 2007

Ich weiß nicht was man in Deutschland momentan aus Guatemala mitbekommt, aber seit gestern Nachmittag (Sonntag) um fünf hat es bis heute Mittag (Montag) ununterbrochen stark geregnet. Betroffen ist besonders Alta Verapaz und Cobán.

Die Folgen:

– viele Stadtteile, die niedriger oder in Tälern liegen wurden überflutet und viele Häuser stehen im Wasser (betroffen ist das Zentrum aber schlimmer Stadtteile in den Armenvierteln)

- es gab viele kleine und auch größere Erdrutsche. Es gibt hier noch keine sicheren Informationen, aber anscheinend kamen dabei einige Menschen ums Leben. Betroffen waren vor allem die Armenviertel. Ebenso wurde so viele Häuser zerstört.
- der Fluss der durch Cobán fließt ist allerorts über die Ufer getreten und hat auch einiges überschwemmt

– in einigen Stadteilen soll es auch kein Strom geben

– eine Zufahrtsstraße nach Cobán wurde angeblich von einem Erdrutsch verschlossen, sind aber bald wieder freigeräumt worden

– die Schulen sind bis auf weiteres geschlossen und in den Sporthallen sind evakuierte Familien untergebracht

– im Haus von Almuts Familie steht das Wasser bis zur Hüfte. Die Familie hat wohl einige Sachen im Wasser stehen lassen müssen, aber Vieles konnte in den zweiten Stock gebracht werden. Almuts Zimmer ist im ersten Stock und steht nicht unter Wasser. Die Familie ist jetzt bei Verwandschaft untergebracht bis das Wasser abgeflossen ist.

Das ist das, was ich bis jetzt mitbekommen habe. Uns Freiwilligen ist nichts passiert und wir sind nur alle mehr oder weniger nass geworden. Wir hoffen dass das der Regen nicht von Neuem beginnt… neue Voraussagen für starken Regen gibt es!

Das Retiroton

15 August, 2007

Letzten Donnerstag fanden die dritten Orientierungstage für 3° und 4° der Sekundärstufe statt. Für zwei Tage sperrten wir uns mit den 35 Schülern der zwei Klassenstufen ein und behandelten Themen wie “Ich in der Familie”, “Ich in der Gesellschaft”, “Ich und mein Leben” und “Mein Leben mit Jesus”. Die Themen klingen langweilig, aber waren doch sehr wichtig um den Schülern bestimmte Werte nahe zu bringen und sie zu motivieren ihr Leben in die Hand zu nehmen, auch wenn es noch schwierig sein mag.

Wir Freiwilligen übernahmen den lustigsten Bereich des retiros. Wir hatten einen halben Tag um mit den Jugendlichen Aktivitäten zu machen in der sie spielerisch Gruppenarbeit, Verantwortung und Selbstbewusstsein erlernen sollten. Wir machten alle möglichen Gruppenspiele und schauten einige Ideen von unseren Vorbereitungsseminar unserer Trägerorganisation WISE e.V. im vergangenen Herbst ab. Klar klappte nicht alles perfekt und nach vier Stunden verging auch die Motivation, aber wir sahen dass sie Spass hatten und wirklich ein Stück voran kamen.

Am Abend machten wir Freiwilligen, Philipp, Lukas und ich noch eine kleine Show mit Feuerschlucken und einem Nagelbrett und zeigten danach Fotos aus unserem Jahr. Später machten wir noch eine kleine Disko und tanzten. Das Besondere des retiros war, dass die Eltern ohne Kenntnis ihrer Kinder kamen um zu kochen und das Haus in Ordnung zu halten. Erst am Ende wurden die Jugendlichen von ihren Eltern empfangen und so brachen kollektiv die Tränen aus. Ebenso bekam jeder von seinen Eltern im Laufe des Seminars einen Brief, in denen die Eltern ihre Liebe zu ihren eigenen Kinder erklärten. Kein einziger zeigte keine Tränen. Mich nahm die Situation auch mit und verstand es nicht. Wussten die Schüler nichts von der elterlichen Liebe? Gab es immer nur Streit? Die Meisten leben in schwierigen Verhältnissen und die Familien sind eben nicht stabil. Ein Ziel des Seminares war es eben auch, den Zusammenhalt innerhalb der Familie zu stärken und das wurde mit der Mithilfe der Eltern denke ich erreicht. Es wird das letzte Seminar für uns gewesen sein, denn schon in eineinhalb Wochen steht unserer Rückflug an…

Die letzte Nacht reichte nicht aus um den Bericht zu schreiben und diesen anschließend hoch zu laden. Jetzt gibt es meinen vorletzten Bericht auch zum Download. Der Nächste und Letzte kommt dann Ende August… aus Deutschland. Bis dahin wünsche ich euch und mir einge tolle Zeit. Es werden Wochen und Tage die schnell vergehen und der Abschied ist von Guatemala ist in allen Gedanken. Natürlich freue ich mich auch wieder zurückzukommen und Familie und Freunde wiederzusehen.

-Bericht XI (23.06-23.07): Beweggründe-

Kurz und lesenswert!

SAW

Vor kurzem ist die dritte Ausgabe der Freiwilligenzeitung meines Jahrgangs erschienen. Hier könnt ihr die 40-Seiten dicke PDF-Zeitung runterladen. Einen Artikel von mir findet ihr auch.

Schwarz auf WISE – 6.Ausgabe

–> Schwarz auf WISE Internetpräsenz

Viel Spaß beim Lesen!

Wie gehts weiter?

12 Juli, 2007

Das Schulsystem Guatemalas unterscheidet sich nicht nur im Aufbau und der Qualität des Unterrichts vom deutschen Bildungssystem, sondern ein krasser Unterschied ist in der Vergleichsziffer zu finden, die den Anteil der Kinder misst, die länger als 6 Jahre zu Schule gehen. In Deutschland dürfte diese Ziffer bei nahezu 100% auf Grund der neunjährigen Schulpflicht geben, aber in Guatemala gibt es diese nur auf dem Papier. Ein Großteil der Kinder besucht überhaupt nie eine Schule oder geht schon früh ab. Die Gründe sind einfach. Prügelnde Lehrer, schlechtes Abschneiden auf Grund der Probleme in der Familie (Armut) und die Obligation schon früh für das Einkommen der Familie zu arbeiten. Im Projekt werden ausgewählte Kinder verschiedener staatlichen Grundschulen der Umgebung betreut. Sie erhalten Nachmittagsunterricht und andere Betreuung, aber mit der 5. und 6.Klasse der Grundschulen, haben wir jetzt eine Orientierungsaktivität gemacht. Vieler Schüler wissen nicht ob sie eine weiterführende Schule besuchen sollen, denn viele haben nach sechs Jahren langweiligen und schlechten Unterrichts keine Lust mehr auf mehr. Verständlich. Aber wenn sie nach der Sechsten abgehen würden, hätten sie schlechte Chancen auf eine gute Arbeit.

Heute fuhren wir mit den insgesamt 22 Schülern aus den beiden letzten Stufen der Grundschule in den Nachbarort Cobáns und auf einem “Familienfestgelände” veranstalteten wir den Orientierungstag. Lukas hatte die ganze Aktivität geplant und mit den Tutoren der beiden Stufen abgestimmt. Wir regten sie an zu träumen, was sie später sein wollen und was sie alles haben könnten. Wir beschrieben ihnen wie man an diese Ziele kommt und ließen sie über die Entscheidung weiterhin zur Schule zu gehen diskutieren. Der Höhepunkt für uns und für die Kinder waren die “dinamicas”. Wir wollten ihnen spielerisch Werte wie Gruppenbewusstsein/-verantwortung nahe bringen und so machten wir mit ihnen eine kleine Schnitzeljagd im Wald. Einige hatten fingierte Verletzungen (Blind, ohne Arme, bewusstlos, Stumm,…) und so mussten sie sich gegenseitig aus dem Wald “retten”. Jungs und Mädels arbeiteten kaum zusammen und so lief einiges etwas schief. Eine andere Aktivität, in der sie zusammen nachdenken und planen mussten, lief dann besser. Die Kinder haben neben den lehrreichen Erfahrungen der Spiele sicherlich auch ein Stück Motivation mitgenommen, nach der sechsten Klasse das Lernen doch nicht aufzugeben. Guatemaltekische Kinder denken wie Deutsche: Die Mädchen wollen Lehrerin oder Doktorin werden, die Jungs Fußballer, Feuerwehrmann oder Ingenieur :)

Lesestunde

5 Juli, 2007

Ich arbeite jetzt schon ein halbes Jahr mit den Kindern meiner Alphabetisierungsgruppe. Klar merkt man die Fortschritte nicht von einem Tag auf den Anderen, aber wenn ich zurückschaue, haben die Kinder, mit denen wir bei Null begannen, schon sehr viel gelernt. Sie können jetzt einfache Texte lesen und verstehen, sich selbst in Worten ausdrücke und in Mathematik können sie neben Sumieren und Subtrahieren auch schon einigermaßen multiplizieren. Allerdings fallen mir auch andere Werte auf, die sie in der Zeit angenommen haben. Wie schwierig war es am Anfang sie überhaupt zur Arbeit zu motivieren und dass sie mir und Philipp zuhörten und unsere Anweisungen befolgten, klappte sehr schlecht. In der Hinsicht hat sich viel verändert. Eine schöne Erfahrung machte ich heute, als ich aus einem Geschichtenbuch zum Einstieg in den Unterricht die Fabel der “Drei kleinen Schweinchen” vorlas. Die Kinder blieben nicht auf ihre Plätzen, sondern setzten sich um mich herum und hörten mir gespannt zu. Auf Zwischenfragen antworten sie und erzählten mir wie es wohl weiter gehen würde. Am Ende erklärten sie mir sogar die Moral. Als sie sich dann selbst vorlasen, langweilten sie sich gegenseitig, aber sie verstanden was sie lasen :) . Mir wurde dann eine banale Sache bewusst. Diesen Kindern wurde von den Eltern noch nie etwas vorgelesen. Nicht eine einzige Geschichte zum Einschlafen. Warum? 60 % Analphabetismus in Alta Verapaz und die Quote ist unter der indigenen Bevölkerung wohl um einiges höher! Neulich besuchte ich die Familie des kleinen Juan-Carlos. Die Familie hat schwere Schicksalsschläge erdulden müssen, aber der fröhliche Junge bringt ein wenig Hoffnung zurück. Die Mutter ist motiviert Lesen und Schreiben zu lernen um eine bessere Arbeit zu finden und Juan-Carlos ist dazu bereit ihr als Sohn etwas beizubringen. Vielleicht können wir auch die anderen Kinder dazu bringen, ihren Geschwistern auch etwas vorzulesen. Bildung ist der einzige Ausweg aus der Armut!

Nach vier anstrengenden Wochen mit viel Arbeit im Projekt, war ich die Nacht von Samstag auf Sonntag beschäftigt meinen zehnten Bericht zu verfassen. Um vier bin ich fertig geworden und gehe jetzt fertig ins Bett.

-Bericht X (24.05-22.06): Cambios-

Ihr müsst nicht die Nacht durchlesen, hört auf wenn ihr müde werdet :)

Dia del Padre

17 Juni, 2007

Einen weiteren Sonntag hieß es für uns Freiwillige früh aufzustehen und schon um acht waren wir im Projekt. Bald kamen dann nach und nach insgesamt 38 Väter und lauschten dann Vorträgen von einem Priester und einem älteren Vater der sonst auch Seminare gibt. Bald gaben wir ein gutes Frühstück mit Tamales und Kaffee aus. Den Vätern wurde nahe gebracht, was ihre Aufgabe in der Familie ist und was sich ändern muss, damit die eigene Familie besser funktioniert. Auch wenn der Vatertag zur Ehre des Vaters sein soll, wurden die Väter ein wenig bloß gestellt. In den meisten Familien läuft das Zusammenleben nicht gut und der Vater ist oft der Part, der dafür die Verantwortung trägt. Wir hoffen mit solchen Aktivitäten immer mehr die Väter und auch die Mütter in die Projektarbeit einzubeziehen. Armut ist oft selbstverschuldet. Es mag hart klingen, aber in stabilen Familien, wo Vater und Mutter verantwortungsvoll mit den Resourcen umgehen, die Kinder zum Lernen motivieren und ihnen Geborgenheit geben, sieht man eine positive Entwicklung. Eine funktionierende Familie ist das A und O um aus der Armut herauszukommen, auch wenn das erst in der folgenden Generation wirklich geschehen kann. Ich weiß nicht ob die Väter dann wirklich im Anschluss, wie es ihnen aufgetragen wurde, sich bei ihren Familien um Entschuldigung für alles gebeten haben, aber die Hoffnung besteht.

Dia de la familia

15 Juni, 2007

Die Familie: Der Ort für das Zusammenkommen, Kommunikation und Liebe.

Was kann man sich unter diesem Motto vorstellen, dass die Comunidad Esperanza der Feier des “Dia de la familia”, des Familientages, gegeben haben. War es wirklich eine Feier für die Familie oder eher eine Veranstaltung um den Gästen zu vermitteln wie eine gut funktionierende Familie aussehen sollte? Die Mütter und die wenigen Väter die kamen, stellten sie eine Feier die sie mit ihren Kindern besuchten, aber was die Projektmitarbeiter mit unserer Hilfe an einem Sonntagmorgen organisierten, war auf einer anderen Ebene eine Lehraktivität. Man lud wirklich alle Familien die im Projekt integriert sind ein und so wurde für 1000 Gäste geplant. Unsere Erwartungen wurden nicht enttäuscht, denn es war ganz gut dass insgesamt dann nur 200-400 kamen.

Das Problem der Vorbereitung war das allbekannte in Guatemala. Keiner kam pünktlich, es war kein Verlass auf Drittpersonen möglich und es musste vieles improvisiert. Mich überraschte dass es trotz Chaos doch ganz gut klappte. Mit den gekommen Gästen machten wir Aktivitäten und Spiele auf einer Bühne, verteilten Preise und losten für Geschenke. Mit einigen Aktivitäten vermittelten wir ernsthaft Werte der Familie und zwischendurch gab es immer wieder kleine Ansprachen zu dem Thema. Das Problem in den meisten ärmeren Familien hier ist, dass sie eben nicht aus der Armut kommen, weil die Einheit der Familie nicht vorhanden ist. Viele Mütter leben ohne Mann und wenn ein Mann da ist, kann es sein dass er Trinker ist oder die Familie schlecht behandelt. Es mag Ausnahmen geben, aber ein krasses Beispiel war dann, dass ein Vater sturzbetrunken auf das Fest kam und sich und seine Kinder sehr beschämte. Später wurde noch groß Essen verteilt und innerhalb von weniger Zeit waren alle Gäste schon auf dem Heimweg und in noch kürzerer Zeit hatten wir alles aufgeräumt. Nächsten Sonntag ist Vatertag… und alle Väter sind zu einer ähnlichen, aber ernsthafteren Aktivität eingeladen.

Es bleiben mir noch gut zwei Monate hier in Guatemala und auch wenn man denken könnte nach 10 Monaten hat sich meine Projektarbeit etwas stabilisiert gibt es jetzt auf einmal große Änderungen für mich und allgemein im Projekt:

- bisher habe ich Nachmittags dem Tutor Noé in Nachmittagsbetreuung von Grundschulkinder geholfen. Die Zusammenarbeit mit ihm war etwas schwierig und so wechselte ich auch aus dem personellen Bedarf in die Alphabetisierung auch am Nachmittag. Der gleichen Gruppe von Kindern die ich am Morgen habe, gebe ich jetzt dreimal die Woche ebenfalls Unterricht am Nachmittag. Am Morgen üben wir Lesen und Schreiben, zwischen 14-16 Uhr dann Mathematik. Wir begannen bei 0 und schon nach zwei Wochen können sie mit Zahlen unter 100 sumieren und subtrahieren. Mitte August haben sie dann ein Examen, in der sie die vier Grundrechenarten beherrschen müssen.

- mit den Kindern der Grundschulklasse sollte ich auch ein Examen machen. Nach vier Monaten Unterricht mit vielleicht 20 Stunden für jeden Schüler, bestanden alle bis auf zwei eine mündliche Prüfung. Sie konnten auf “Whats your name” und “How are you?” antworten, wussten die Nummer bis 10 und einige Vokabeln und Phrasen. Der Unterricht wird weitergehen, aber ab dieser Woche gebe ich jetzt auch eine Stunde für eine dritte Klasse und zwei Stunden für eine sechste Klasse der Alphabetisierung Englischunterricht die Woche.

- wir werden jetzt regelmäßgier mit den Tutoriaskids Sport und andere Aktivitäten machen. Zweimal Sport und zweimal andere Aktivitäten wird es die Freitage eines Monats geben. Ich werde nicht immer dabei sein, da ich ab diesen Freitag einen Tanzkurs für die Schüler des “Colegios”(Sekundarstufe) beginne. Meine Freundin wird Tanzpartnerin sein.

- es gibt im Projekt einige Probleme. Manche Mitarbeiter arbeiten mit einer Angestellten-Einstellung im Projekt und so fehlt vielen die Motivation und das Bewusstsein dass sie in einem Sozialprojekt arbeiten. Es wird einige Gespräche geben, aber vielleicht müssen auch manche Mitarbeiter das Projekt verlassen. Ebenso wird momentan versucht alles etwas effizienter und strukturierter zu gestalten. Ich bin gespannt was herauskommt. Wir Freiwillige hoffen nur dass etwas passiert, denn vieles läuft nicht gut.

Man kann von einem Schlussspurt meiner Zeit hier in Guatemala reden, da ich jetzt noch besser im Projekt integriert bin und irgendwie auch mehr im Projekt leisten kann. Von den acht Stunden die ich unter Woche im Projekt bin, bleiben mir vielleicht 20 Minuten in denen ich Esse oder anderwertig Pause machen kann… ehrlich.

Alles dann etwas ausführlicher kommt im nächsten Bericht, welcher circa am 22.Juni erscheint.

Schon vor drei Wochen fand in Cobán das Ereignis des Jahres statt. Es war kein Festival oder ein kirchliches Fest. Es war ein Halbmarathon der tausende Menschen und auch mich begeistert hat. Für die Freiwilligenzeit “Schwarz-auf-WISE” habe ich diesen Artikel geschrieben. Die Ausgabe erscheint dann Anfang Juli.

- Schwarz-auf-WISE Artikel: Halbmarathon in Cobán –

Wer mehr Bilder sehen möchte, wie ich mich quäle, soll mir schreiben!

Löwen-Artikel

25 Mai, 2007

Schon vor drei Wochen ist im Wochenblatt, einem im Raum um Eckental sehr populären Anzeigenblatt ein Artikel des Lions-Clubs Eckental-Heroldsberg erschienen. In diesem Artikel wird auf das vorbildliche Engagement des Clubs hingewiesen und erklärt dass sie mir zu meinem Einsatz in Guatemala mit einer Spende an meinen Verein, die 1000 € betrug, verhalf. Vielen Dank nochmals für die Unterstützung und die lobenden Zeilen des Artikels :)

In den letzten fünf Wochen ist viel passiert. Ich war zwei Wochen auf den Zwischentreffen aller WISE-Freiwilligen in Nicarauga (obligatorische Bildungstage) und die letzten drei Wochen waren richtig anstrengend. Ich habe mich kurz gefasst, vieles nicht sehr ausführlich beschrieben, aber einen guten Einblick in die Zeit kann der Bericht doch geben.

Wer mein Jahr unterstützenswert findet und meiner Trägerorganisation noch nichts gespendet hat, kann das gerne weiterhin tun.

-Bericht IX (15.04-23.05): Grenzen-

Bitte nicht nur Bilder anschauen :)

Was ist ein kurzer was ein langer Tag. Warum empfindet man manche Tage länger als andere. Solche Themen und viele andere Erfahrungen und Erlebnisse aus Cobán finden sich in meinem neusten Bericht. Vier weitere folgen noch.

Nicht vergessen zu lesen!

-Bericht VIII (22.03-14.04): Ein kurzer oder langer Tag?-

Semana Santa

8 April, 2007

In Guatemala oder sicherlich auch in anderen lateinamerikanischen Ländern wird Ostern in der ersten Aprilwoche gefeiert. In Deutschland ist das Osterfest mit Osterhase usw. irgendwie säkularisiert worden, aber hier wird es noch sehr christlich gefeiert. Die Kinder und Jugendlichen haben keine Schule und gearbeitet wird eigentlich auch in den wichtigen Bereichen. Auch für mich als Lehrer entfällt also die Arbeit. Die ersten Tage der Woche fuhr ich in das guatemaltekische Hochland um auf über 3000 Metern durch unglaubliche Landschaften zu wandern. Die Dörfer dortoben liegen soweit vom Schuss, dass man dort kaum jemand Spanisch spricht. Auf dem Rückweg durchquerte ich so viele verschiedene Landschaften und Vegetationszonen. Guatemala ist nicht nur kulturell sondern auch so extrem vielfältig. Sechs Stunden durchquerten wir stehend in einem Pickup wieder ganz andere Landschaften und am nächsten waren wir in einer glasklaren Lagune mitten im Dschungel baden.

Die restliche Zeit der semana sante verbrachte ich in Cobán. Familien mit Geld fahren in dieser Woche weg, aber überall finden auch große Prozessionen statt. Nachbarn organisieren sich und in stundenlanger Arbeit schaffen sie aus bunten Sägespänen auf den Straßen kunstvolle Teppiche.

Mehrere hundert Meter waren sicherlich in Cobán gefertigt worden und in ganz Guatemala einige Kilometer dafür dass der ganze Prozessionszug es kaputt trampelt. An der Prozession nahmen viele Männer, Frauen, Jugendliche und auch Kinder teil. Die Männer trugen im Wechsel eine 30 Meter lange Holzkonstruktion mit einer Jesuspuppe in einem Glassakopharg (sah aus wie Schneewittchen) und anderen Ikonographien. Damit zogen sie bis Mitternacht durch die Stadt. In der Nacht wirkte dann der Zug im Kerzenschein und trister Blasmusik fast unheimlich und bannend.

Am Montag geht für die Arbeit eine Woche weiter, dann fahre ich schon nach Nicaragua. Am 20.April beginnt dort das Zwischentreffen meiner Organisation mit den Freiwilligen aus ganz Mittelamerika. Mein nächster Bericht kommt ende nächster Woche. Wer bis dahin trotzdem mehr aus anderen Länder und Freiwilligeneinsätzen lesen will empfehle ich die neue Ausgabe der Freiwilligenzeitung Schwarz-auf-Wise unbedingt zu lesen. Hier gibts den kostenlosen und ganz exklusiven Download :)

-Schwarz-auf-Wise:5.Ausgabe-

Wer kennt nicht dass Spiel “Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?”? Mir hat dieses Spiel schon immer gefallen und vor kurzem hatte ich die Chance es auch mal wieder zu spielen. An unserem letzten Sportnachmittag, wo wir Freiwilligen einen Ausflug der Schüler der 1-3.Klassen und der Grundschulgruppe von Julio, meiner Englischgruppe, organisierten, machte ich die Aktivitäten für die Kleinsten. In meiner Englischgruppe von Kindern zwischen 5 und 10 Jahren sind 35 Kinder und mit diesen hatte ich einen großen Rasenplatz beim öffentlichen Jugendsportzentrum INJUD zur Verfügung.

Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so schöne und mich bewegende zwei Stunden erlebt habe. Die Kinder waren am Anfang etwas desmotiviert, aber als ich dann mit einigen Katz-und-Maus spielte, schlossen sich immer mehr an. Ein Riesenspaß für mich und die Kinder war es dann “Quien tiene miedo del gringo?”, die von mir so genannte Variante des schwarzen Mannes zu spielen. Alle verstanden das Spiel zwar nicht, aber alle machten mit. Wir spielten so fast eine halbe Stunde und als wir uns ausruhten versammelten sich alle Kinder um mich. Ich fühlte mich so glücklich und das gab mir allein die Freude und Lebendigkeit der Kinder. Für mich und ich hoffe auch für die Kinder war es ein unvergesslicher Nachmittag.

Was mich bewegt war die Frage die sich mir zu Beginn der Arbeit an diesem Bericht stellte. Die Antwort dazu findet man nicht im Text, sondern nur zwischen den Zeilen.

Viel Vergnügen beim Lesen!

-Bericht VII (24.02-22.03): Was mich bewegt-

Artikel in den NN

17 März, 2007

Kürzlich ist in den Nürnberg Nachrichten ein Artikel für mein FSJ hier in Guatemala erschienen. Sehr erfreut bin ich über den Inhalt nicht, denn die Autorin unterstellt mir, dass ich den Text verfasst hätte. Die Informationen mögen vielleicht von meiner Seite oder aus meinen Berichten kommen, aber der Verfasser bin ich nicht. Es finden sich einige inkorrekte Aussagen und es ist nicht gerade die Form die ich erhofft hatte. Von mir lag ein fertiger Artikel vor, aber es kam leider nicht dazu dass dieser veröffentlich wurde. Erschienen ist der Artikel nun mal, ändern kann ich daran auch nichts mehr. Wäre besser über alles Bescheid wissen will, kann gerne meine Berichte lesen.

-Artikel in den Nürnberger Nachrichten-

Zahnpflege

17 März, 2007

Jedem Kind sind Zahnschmerzen und die Behandlung von einem Zahnarzt ein Kraus. In Deutschland wird den Kindern beigebracht mindestens zwei Mal täglich die Zähne zu putzen. Die Leute hier wissen dies vielleicht auch, aber in den Armenvierteln ist eben das Zähneputzen nicht gerade die wichtigste Angelegenheit im Alltag. Nur eine Minderheit der Kinder putzt regelmäßig die Zähne und schon den kleinsten müssen wegen Zahnkrankheiten Zähne gezogen werden. Man sieht oft schwarze faulende Zähne und das nicht nur bei den Milchzähnen. Unsere Kids der Alphabetisierung können im Projekt frühstücken um danach von uns Unterricht “genießen” zu können. Zähneputzen war für sie keine Obligation, aber Philipp und ich begannen jetzt mit der täglich Zahnhygiene. Wir kauften für sie Zahnpaste und Bürsten und jetzt putzen sie sogar freiwillig ohne Zwang ihre Zähne. Manche fragten dann auch ob sie sie auch mit nach Hause nehmen können. Teuer sind Zahnpaste und Zahnbürsten nicht, aber es fehlt eben die Einstellung dazu… die wir hoffentlich damit ihnen näher gebracht haben.

Renovierung

17 März, 2007

Die Einrichtungen der Comunidad Esperanza gibt es erst seit fünf Jahren, aber die Gebäude sind schon ein wenig heruntergekommen und vor allem die Klassenräume sind nicht mehr im besten Zustand. Das kommt daher, dass die Räume auch ständig genutzt werden und kein Kind sorgsam umgeht. Fast den ganzen Tag arbeite ich in dem Klassenraum “comedor”. Es ist der Esssaal, aber am Morgen bin ich dort mit den Kindern der Alphabetisierung, später manchmal bei Regen mit den Kindern der ersten zum Englischlernen, zum Mittag helfe ich bei der Essensausgabe und am Nachmittag bin ich dort mit der zweiten oder fünften Klasse zu Tutorias. Die Wände waren das schlimmste. Der Putz fiel ab, überall war Schmutz und andere Farbklekse und so nahmen Philipp und ich uns die Zeit den comedor und einen anderen Klassenraum neu zu streichen. Die Kosten von 23 € ließ sich nicht mit der Zeit vergleichen die wir brauchten. Das Ergebnis gefiel nicht nur uns, aber vom Projekt kam leider kaum Resonanz. Sie hätten ja auch einen Maler bestellen können, sie hatten es vor, aber es passierte eben nichts.

Projektreisewoche

17 März, 2007

In der Woche von Samstag den 24.02 bis zum 03.03 war ich in ganz Guatemala unterwegs. Dieses Mal wollte ich allerdings nicht als Tourist das Land kennen lernen, sondern andere Sozialprojekte besuchen. Der Anlass der siebentägigen Reise mit über 1200 Kilometern Strecke und zu vielen Stunden in Bussen, war der, dass die im August kommenden neuen Freiwilligen nicht wie bei mir nur in Cobán konzentriert werden sollten. Ein vorbildliches, basisnahes, kleines Projekt wo wirklich Freiwilligenarbeit benötigt wird und dass in einem geeignetem Ort sollte ich suchen. Ich reiste eine große Runde durch ganz Guatemala, besuchte 11 Sozialprojekte die mit Kindern arbeiten in verschieden Orten und Klimazonen und habe nicht das perfekte aber gute Projekt gefunden. Ich verglich die Projekte mit meinem eigenen und ich merkte dass es das Perfekte nicht gibt. Die zu großen Projekte funktionieren nicht gut, die mit zu viel Geld arbeiten nicht wirklich an den Bedürfnissen und manche haben keine Arbeit für Freiwillige. In Xela und Chiantla gab es doch zwei/drei in denen ich auch gerne arbeiten würde. Jetzt muss ich mit meiner Organisation absprechen welche geeignet wären und vielleicht werde ich in ein oder zwei selbst ein wenig für ein paar Tage mitarbeiten. Die kommenden Freiwilligen sollen ja nicht ins kalte Wasser fallen. Nach der Woche war ich doch sehr froh wieder nach Cobán zurückzukehren. Ich war alleine unterwegs, aber ich begnete vielen Leuten, die nach Auskunft dass ich kein Gringo-Touri sei, doch sehr interessiert waren. Touris reisen in Gruppen und übernachten in Hotels… ich schaffte es nur einmal in der Woche in einem Hotel schlafen zu müssen.

Ich schreibe gerne und viel, doch in letzter Zeit hatte ich wenig Zeit meinen sechsten Bericht zu beenden. Wer wissen will warum soll ihn lesen :)

Jetzt ist er fertig und steht zum Download bereit. Viel Spaß beim Lesen, Rechtschreibfehler sind beabsichtigt.

-Bericht VI (31.01-23.02): Angekommen-

Die Einweihung

3 Februar, 2007

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Vor nicht einmal einem Jahr wurde der Grundstein der Stadt der Hoffnung gelegt und schon heute wurde der Rohbau feierlich eingeweiht. Die Stadt der Hoffnung ist die Erweiterung der Comunidad Esperanza und dass die ersten Klassenräume jetzt fertig werden ist auch wichtig, da jetzt zum Schuljahresanfang sich das Platzproblem in der Comunidad verschärft hat. Mit einer feierlichen Zeremonie wurden die geschmückte Komplex eingeweiht. Es kamen geladene Gäste, Eltern und viele Kindern des Projektes. Am Ende gab es ein kleines Mittagessen und Süßigkeiten für die Kinder. Wir Freiwilligen halfen bei den Vorbereitungen, bei dem Aufbau und Abbau kräftig mit, aber konnten dann mit allen anderen Projektmitarbeitern nach der Feier zusammen Mittagessen. Ab Mittwoch soll dann der Unterricht für die Sekundarstufe Basico in den neuen Gebäuden losgehen, aber noch fehlen dem Rohbau viele Dinge. Die Toilleten sind noch nicht installiert und Licht auch nur sehr provisorisch verlegt. Nach und nach soll je nach Spendeneingang die Stadt der Hoffnung erweitert werden. Ich bin gespannt was ich davon dieses Jahr bis August noch zu sehen bekomme, denn eine Grundschule, eine Klinik, Bürogebäude, Quartiere und die gesamte Infrastruktur auf dem riesigen Gelände werden noch errichtet werden.

Den letzten Januarsamstag fand in Cobán ein Basketballspiel zwischen einer Jugendmannschaft aus der Hauptstadt und der lokalen Auswahl am Abend statt. Die Einnahmen des Spiels sollten an die comunidad esperanza gespendet werden und wir wollten mit einigen Kindern das Spiel anschauen. Mit einem großen Pickup fuhren wir über 15 Kinder mit einem Mal zur Halle und waren eigentlich zum geplanten Spielbeginn da. Jedoch veranstaltete die politische Partei UCN (Unión del Cambio Nacionalista; nur 0.26% der Guatemalteken favorisieren mit dieser Partei) ein Fest am selben Abend in der Halle. Bis neun sollte die Veranstaltung dauern, aber es um zehn begann das Spiel. Ich rechnete eigentlich mit politischen Reden und populistischen Auftritten von Politikern oder Wahlkandidaten (im September finden alle Wahlen statt), aber ich musste mich dann nicht wundern warum so viele und vor allem junge Leute gekommen waren. Nach einem Auftritt einer Reggaeton-Gruppe kündigten die Wahlkandidaten nach einer fünfminütigen Rede eine Gruppe von Tänzerinnen an. Die Leute die vorher noch gelangweilt in der Halle saßen oder standen, drängten sich jetzt zur Bühne vor. Zehn leicht bekleidete chicas übernahmen die Show und machten mit Musik und Tanz gut Stimmung unter den Leuten. Mehr als eineinhalb Stunden fesselten sie nicht nur die Blicke der Männer und ebenso machten sie Werbung für die Partei. Die ganze Veranstaltung war einfach grotesk und hatte nichts mit Politik zu tun. Keine einzige politische Botschaft oder ein Programm oder irgendetwas kam mir zu Ohren und die Leute kamen auch nur um die Mädels tanzen zu sehen. Ich weiß aber nicht, wie viele Leute durch diesen Auftritt überzeugt wurden doch diese recht unsympathische Partei zu wählen. Die Partei ließ sich die Tänzerinnen mit 10.000 Quetzales mehr als ein doppeltes Monatsarztgehalt kosten. Ich bin gespannt wie der anstehende Wahlkampf weiter geht wenn schon so eine kleine Partei solche Feste gibt.

Danach begann dann mit Verspätung das Spiel und wir konnten nur eine viertel Stunde das Spiel sehen, weil dann die Kinder nach Hause mussten und eine spätere Rückkehr in die Armenviertel zu gefährlich gewesen wäre. Cobán verlor leider gegen die Hauptstadt und auch bei der Revanche am nächsten Morgen hatte sie keine Chance. Bei der zweiten Partie waren kaum Zuschauer gekommen… ein zweiten Auftritt der Tänzerinnen gab es ja auch nicht :)

Wie angekuendigt kommt mein fuenfter Bericht etwas verspaetet. Die Projektarbeit mit den Kindern hat erst vor einer Woche wieder richtig begonnen und so gab es nicht so viel zu erzaehlen. Dafuer gibt es in diesem Bericht einige Reiseerfahrungen und Erlebnisse. Bis zum naechsten Bericht und viel Spass beim Lesen.

-Bericht V (16.12-30.01): Neuanfang-

Schwarz auf WISE

5 Januar, 2007

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Ich bin nach einer anstrengenden Dschungeltour, Strandurlaub am Pazifik und einer Vulkanbesteigung des Acatenago (3976m) wieder in Cobán zurück. Bis auf eine nervende Augenentzündung geht es mir auch im neuen Jahr gut und ab Montag den 8.Januar beginnt die Projektarbeit erneut. Zum Jahresanfang ist jetzt auch die erste Ausgabe der “Schwarz auf WISE” meines Jahrgangs erschienen und es finden sehr viele interessante aus aller Welt, geschrieben von Freiwilligen. Ein Artikel ist auch von mir :)

Hier der Link zur Website zum Herunterladen der digitalen Zeitung:

Schwarz auf WISE Homepage

Viel Spaß beim Lesen, Reiseerfahrungen folgen Ende Januar im fünften Bericht!

Projektferien

30 Dezember, 2006

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Nach fast zweieinhalb Monaten Schulferien schließt jetzt auch das Projekt für offiziel eine Woche, aber im Grunde zwei bis drei Wochen. Am 19.Dezember wurden dann für die Projektkinder ein kleines Abschlussfest veranstaltet. Wir so oft wurden wir nicht richtig in die Sache eingeweiht und wir bekamen dann erst nach dem es schon angefangen hatte wir dazu kamen. Noe, der eigentliche Hauptkoordinator des Projektes, hielt vor fast hundert Kindern eine Rede über das vergangene Schuljahr und die weitere Laufbahn und versuchte in den Kindern Ehrgeiz zu wecken. Es wurden kleine Spielzeuge verschenkt und wir halfen dann eine kleine Mahlzeit auszuteilen. Sehr weihnachtlich war der Abschied des Projektes nicht, aber es war lustig als dann sich ein Haufen Kinder um die Süßigkeiten einer Pinate stritten. Für mich war es der letzte Tag des Jahres im Projekt und so verabschiedete ich mich von den Kindern und den Projektmitarbeitern. Mit Philipp musste ich noch einiges für die gemeinsame Geburtstagsparty in der WG vorbereiten. Die Projektferien bis zum 8.Januar werde ich zum Reisen nutzen. In Guatemala gibt es sehr viele sehenswerte Orte und mit Lukas und Jan-Peter machte ich eine einwöchige Dschungeltour zu Mayaruinen. Sechzig Kilometer vom letzten Dorf entfernt, bestiegen wir dann einige Pyramiden und feierten dort auch Weihnachten… aber sehr anders als gewohnt. Über Neujahr werde ich mit Freunden am Pazifik einen etwas entspannenderen Strandurlaub machen, denn in den sechs Tagen im Dschungel liefen wir insgesamt 140 Kilometer und das in Gummistiefel, da oft sehr viel Matsch die Pfade unbegehbar machte. (Urlaubskosten bezahle ich von meinem eigenem Geld)

Alles weitere und kleine Reiseberichte kommen dann in meinem nächsten Bericht Ende Januar. Ebenso wird demnächst die nächste Ausgabe der Freiwilligenzeitung “Schwarz-auf-Weiß” erscheinen. Bis dahin einen guten Rutsch und ein frohes Neues!

Die Kosten meines Aufenthaltes hier in Guatemala werden von meiner Organisation WISE e.V. gedeckt, aber der Aufwand beträgt insgesamt 6450 €. Bis jetzt wurde meiner Organisation mit 5900 Euro Spendengeldern geholfen meinen Freiwilligeneinsatz zu finanzieren, aber ein kleiner Teil fehlt eben noch. Ich würde mich über weitere Spenden sehr freuen. Alles weitere unter Spenden.

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Meinen vierten Bericht beendete ich schon vor dem 15.Dezember, da ich über den Tag in der Hauptstadt sein werde um bei dem Verkauf der Weihnachtsbastelein auf einem Basar in der Hauptstadt zu helfen. Auch wenn die Beschreibung der Projektarbeit ein wenig negativ klingen mag, macht mir die Arbeit hier immer noch Spaß. Meine Lieblingsbeschäftigung im Projekt ist sich einfach mit den Kindern zu unterhalten oder irgendwie mit ihnen irgendetwas zu spielen.

Viel Spaß beim Lesen und bis nächstes Jahr!

-Bericht IV (16.11-15.12); Parallelen-

Weihnachtsbastelei

9 Dezember, 2006

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Schon seit Ende November wird in der Comunidad Esperanza für einige Weihnachtsbasare in der Hauptstadt und Cobán alles Mögliche an Weihnachtsschmuck und anderen Handarbeiten “produziert”. Wir leiten immer eine kleine Gruppe von Kindern und sind dann jeden Nachmittag mit den Kindern dabei. Ich habe ursprünglich keine Gruppe gehabt und wollte bei dem Plätzchenbacken mithelfen, aber da Malte nach Nicaragua ist, habe ich jetzt drei Wochen lang mit sechs Projektkindern Kerz gegossen. Bei dem Verkauf auf dem Basar geht es darum möglichst viel Gewinn zu machen und so sollen die Sachen auch eine hohe Qualität haben. Die Arbeit mit Kindern erschwert dieses Ziel und so machen wir eigentlich die Hauptarbeit. Nicht immer unstressig war der Kerzenworkshop, denn die Kinder wollten auch nach drei Wochen nicht verstehen, dass Kerzen mehr als zehn Stunden trocknen müssen. Wir haben 70 Kerzen fertiggestellt und ich hoffe wir können dann nächste Woche alle für 10 Quetzales verkaufen. Ich selbst werde für zwei Tage mit in die Hauptstadt fahren und die anderen Weihnachtsbastelein verkaufen.

Torneo de fútbol

2 Dezember, 2006

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Nicht nur in Deutschland ist bei den Kindern Fußball der beliebteste Sport und hier spielen sogar Mädchen ebenso gerne “futbol”. Auch in den Armenvierteln gibt es einige “canchas” und direkt neben dem Projekt kicken wir oft mit den Jungs und Mädels des Projekts auf einem tollen Erdplatz. Eine gemeinsame Idee war dann die Kinder der Comunidad Esperanza, des Pastorals (dort arbeiten Almut, Jan-Peter und Jochen) und des behinderten Projektes EDECRI zu einem Turnier einzuladen. Wir wollten einen Vormittag ein Turnier auf einem großen Rasenplatz im Stadtzentrum austragen und das ganze musste organisiert werden.

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Wir brauchten Mannschaftsmarkierungen, Urkunden, Siegermedaillen, Preise und für die Verpflegung der Kinder ausreichend Essen und Trinken. Wir wollten mit so Vielen wie möglich dieses Turnier bestreiten und uns graute es dann zum ausgemachten Termin ohne Teilnehmer dazu stehen. Wir machten in den Projekten viel Werbung für das Turnier und von 60 registrierten Kindern die wollten kamen dann am Freitagmorgen um halb acht 45 Kinder. Wir freuten uns über die Motivation, aber stressig war es dann mit dem Haufen zu dem Fußballplatz zu fahren. Nur Lukas und ich betreuten die Kinder, denn aus dem Projekt hatte niemand Zeit. Leider war das Wetter nicht gerade schön und so mussten wir dann nach anfänglichen Wirrwarr bei Regen beginnen zu spielen. Vom Pastoral waren 20, vom EDECRI 10 Kinder gekommen. Diese Zahl von Kinern zu koordinieren war schwierig, aber mit Megafon war es möglich. Jede Freiwillige bildete eine Mannschaft und ich war mit der Farbe Rot die Mannschaft der “dragones”. Leider waren die anderen Mannschaften mit älteren Kindern besetzt als meine und so schied ich nach zwei verlorenen Spielen mit meiner Mannschaft früh aus. Auch wenn es den ganzen Vormittag regnete hatten die Kinder ihren Spaß und wer das Turnier gewann war den Kindern relativ egal. Am Ende bekamen sie alle eine Urkunde, eine Medaille und die Sieger einen kleinen Schokoweihnachtsmann :) Mit zum Glück allen Kindern kamen wir zum Mittagessen wieder im Projekt an und schon bald wurden wir von einigen Kindern gefragt wann wir das nächste Turnier veranstalten würden… wir haben auf jeden Fall Lust dazu!

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Exkursion

26 November, 2006

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Ich und viele Kinder übernachteten im Projekt, da wir schon um 4:00 Uhr morgens aufbrechen wollten. In diesem „Madrugada“ war es wirklich kalt und die Kinder warteten frierend vor dem Projekt auf den Bus. Im Dunkeln fuhren wir los und ich schlief bald ein. Ich wachte aber wieder auf, als sich das erste Tageslicht zeigte. Bei wolkenfreien Himmel war der Anblick zu schön und noch spektakuläre wurde die Sicht, als dann in Bergen die Sonne langsam aufging. Wir drei Freiwilligen waren mit in der Verantwortung auf die Kinder aufzupassen, aber gleichzeitig wurden wir auch so gut wie gar nicht informiert. Nach vier Stunden Fahrt kamen wir bei der Firma an. Sie befand sich recht weiter außerhalb der Hauptstadt und wir hatten sie schon öfters auf unseren Fahrten nach Guatemala passiert. Das Gelände war riesig und es war toll, dass die Kinder und wir Betreuer zum Beginn der Führung ein kleines Frühstück bekamen. Mit der Hälfte der Gruppe begann die Besichtigung des Firmengeländes dieser Firma, die Weihnachtsschmuck herstellt. Für die Kinder war es meiner Meinung nicht sehr interessant, aber sie bekamen einiges zu sehen und waren bis auf ein paar Ausnahmen, die sich immer an mich klammerten, nicht anstrengend. An einer Station hätten die Kinder Weihnachtskugeln zertrümmern können, aber ich fragte ob die Kinder nicht diese mit nach Hause nehmen könnten. So gab es dann für jedes Kind drei Weihnachtsbaumkugeln. Lange dauerte die Führung nicht, aber am Ende gab es für jeden ein kleines Päckchen mit Stoff, Schmuck und anderen Dekorationen. Es wurde dann eine rechte Hast gemacht und nach einem gemeinsamen Foto verließen wir mit dem Bus die Firma in Richtung Hauptstadt. Erst gegen zwei Uhr erreichten wir das nächste Ziel. Ich dachte wir würden ein Freizeitbad besuchen, aber es sollte doch ein Freizeitpark sein. Die Kinder bekamen ein Mittagessen mit Pepsi, Chips und einem Hamburger und ich begann mich zu fragen wer das alles bezahlt.

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Nach dem Essen hatten die Kinder über zwei Stunden Zeit sich in dem Park auszutoben und meine Frage beantwortete Tonio. Eine christliche Organisation mit der der Padre im Kontakt ist, stiftet das Geld für das Projekt. Ich finde das Geld hätte man besser in das Projekt investieren können. Das einzig Gute im Park war der Zoo. Es gab neben vielen tropischen Vögeln auch einige Affenarten zu sehen und ebenso Großraubtiere. Ich sah viele Tiere das erste Mal und staunte über einen Tapir, über einen Puma und viele komische Vögel. Die Kinder hatten ihren Spaß, konnten allerdings nur zwei Stunden in dem Park verbringen. Leider merkten wir zu spät, dass wir hätten Baden gehen können. Kurz nach fünf brachen wir dann auf und schon zu Beginn der Rückfahrt war ich gestresst. Die Fahrt war hart und ohne einmal anzuhalten fuhren wir durch. Die Kinder schliefen, aber vielen ging es genauso wenig gut wie mir. Viele hatten auf Grund des Wassermangels Kopfschmerzen und es war unverantwortlich, dass wir erst um elf am Projekt ankamen und die Eltern sicherlich mehr als drei Stunden auf ihre Kinder gewartet hatten. Es lag nicht in unserer Verantwortung, aber man hätte das Ganze besser planen können. Ich konnte schlecht einschätzen ob es den Kindern gefallen hat, aber sie kamen wenigstens einmal raus und konnten einiges erleben.

Kälte

23 November, 2006

Auch wenn ich in tropischen Breiten meine Zeit verbringe, muss ich mich momentan auch an kältere Temperaturen gewöhnen. Klar sinken die Temperaturen im Winter, aber dieses Jahr soll es auf Grund des Wetterphänomens “El Nino” kälter werden als sonst. In Deutschland kann man sich auf Grund des Übergangs von Sommer auf Winter daran gewöhnen, aber hier es geschah das in einer Woche. Bei Nachttemperaturen unter 10 Grad, gab es hier in Cobán schon einen Todesfall. Kein Haus besitzt hier eine Heizung und ebenso fehlte bei uns in der WG ein Durchlauferhitzer für die Dusche. Duschen war eine Qual, aber jetzt haben wir endlich ein neues Gerät. Zum Glück fängt jetzt der trockene Winter an, denn zuvor war es bei Regenwetter außerhalb sehr unangenehm. Der Anblick war lustig, als bei 10 Grad die meisten Leute mit Mütze, Handschuhen und Schal unterwegs waren, aber mir erging es auch nicht anders.

berichtIII

Ich wuenschte die Zeit wuerde langsamer vergehen, aber jetzt ist schon wieder der 15. des Monats. Die letzte Nacht hatte ich nicht viel Schlaf, dafuer kann ich jetzt meinen dritten Monatsbericht praesentieren. Ebenso gibt es einen Artikel ueber ein autonomes Gefaengis und dessen Rueckeroberung fuer die Freiwilligenzeitung “Schwarz-auf-WISE”.


-Bericht III (16.10-15.11); Erleichterung-

-Pavón – Das Ende eines autonomen Gefängnisses-

Dieses Mal hat der Bericht keine Ueberlaenge und es lohnt sich diesen zu lesen :)

Zeichnenkurs

12 November, 2006

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Die letzten drei Wochen fanden jeden Nachmittag Workshops für die Projektkinder statt. Wir Freiwilligen konnten uns selbst überlegen was wir machen wollten. Ich entschied mich für einen Zeichnenkurs, in dem die Kinder allein den Umgang mit dem Bleistift, ihrer Kreativität und Fantasie erlernen sollten. Für den Anfang überlegte ich mir einige Übungen und erstellte Arbeitsblätter. Die Kinder sollten zunächst den Umgang mit dem Bleistift und verschiedene Techniken zum Zeichnen erlernen. Ein paar konnte ich dann doch noch überzeugen und so begann ich die ersten beiden Stunden mit fünf Schülern. Schnell merkte ich, dass ich nicht so vorgehen konnte wie ich geplant hatte. Jedes Kind arbeitete in einem anderen Tempo und brachte unterschiedliche Vorkenntnisse mit. Mit den Arbeitsblättern waren die Kinder gut beschäftigt und zum Schluss der Stunde ließ ich die Kinder frei zeichnen. Die Kinder wussten allerdings nicht was sie zeichnen sollten. Anscheinend war das eingeschränkte Ausmalen in irgendwelchen Malheften zu prägend. Die Kinder lernten, aber schnell merkte ich, dass mein Workshop oft nur dazu diente die Kinder sinnvoll zu beschäftigen. Es war schwierig ein richtiges Lernprogramm durchzumachen, denn die meisten Kinder kamen unregelmäßig und ich war oft froh wenn die Kinder da blieben, auch wenn sie nicht meine gewünschten Aufgaben machten. Meine Vorstellung am Ende des Kurses eine gute abschließende Zeichnung anzufertigen ließ sich nicht umsetzen. Auch wenn ich mir von dem Kurs mehr erwartet habe, glaube ich dass die Kinder Einiges gelernt haben und jetzt vielleicht den Ansporn bekommen haben einfach einmal los zu zeichnen.

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Feiern auf dem Friedhof

2 November, 2006

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Wie in Deutschland gibt es hier einen Tag an dem man den Toten gedenkt, aber wie dieser Tag hier “gefeiert” wird unterscheidet sich nicht nur vom Namen. Am Morgen machten wir uns mit unserer “Mentorin”Carlotia auf einen Ausflug zum Zentralfriedhof der Stadt. Wir wussten schon vorher was uns erwartete, denn sonst wären wir nicht mitgegangen um einen Friedhof zu besuchen. Nicht nur der Friedhof an sich mit den bunten und lustig gebauten Gräbern, dem Müll und der deutschen Friedhofskolonie waren sehenswert, sondern es fand ein kleines Volksfest auf dem Friedhof statt. Überall wurde Essen angeboten und ein Großteil der Familien Cobáns besuchte an diesem Tag die Gräber der Familie. Interessant waren die Gräber deutscher Auswanderer und die vielen Namen anderer Gräber mit deutschen Teilen der Nachnamen. Natürlich regnete es an diesem Tag und uns wurde gesagt, dass es jedes Jahr so sein würde… die Regenzeit hat hier in Cobán angefangen und es regnet manchmal ganze Tage durch.

Auszug? Umzug!

30 Oktober, 2006

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Das ich die Wohnung meiner Gastmutter Dona Vilma irgendwann verlassen würde, stand für mich schon fast von Anfang an fest, aber ich konnte mich lange nicht entscheiden wann und wohin ich umziehen sollte. Es gab die Option eine neue Gastfamilie zu suchen, aber ich wollte mich nicht noch einmal einschränken lassen, auch wenn man in Gastfamilien viel mehr des guatemaltekischen Lebens mitbekommt. Möglich wäre auch gewesen eine zweite WG aufzumachen, aber die anderen wollten nicht und so war mein Ziel das “deutsche Apartment”, das hier in Cobán schon einen gewissen Bekanntheitsgrad hat. Der Tag meines Auszugs war ein Regentag und ich wollte nicht noch einen Tag länger in meinem Zimmer rumhocken. Bei heftigsten Regen schleppte ich meine Sachen das hoffentlich letzte Mal durch die Gegend. Ab jetzt werde ich mit Lukas, Jan-Peter und Malte in der recht komfortablen 3-Zimmer Wohnung zusammen wohnen und Lukas räumte für mich sein Zimmer, da er lieber in einem abgetrennten Teil des Wohnzimmers leben wollte. Erst nach ich das Zimmer mal richtig sauber gemacht hatte und die Kakerlaken verscheucht (getötet: Kakerlaken leben auch ohne Kopf weiter, der Kopf dann auch) hatte, bezog ich das Zimmer. Ich wollte das Zimmer eigentlich neu streichen, aber der Putze musste an einigen Stellen noch neu gemacht werden. Unsere Vermieterin beschäftigt gerade einen “Muchacho” der das Dach und andere Stellen abdichtet, weil ein Teil der Wände schon nach einem Jahr des Bestehens der Wohnung schimmeln. Mein Zimmer ist zum Glück schimmelfrei und nachdem ich mir das Zimmer gut eingerichtet hatte, waren meine Mitbewohner neidisch dass ich das beste Zimmer von allen habe :) … und es wird sogar noch besser!

Ausflug durch die Berge

23 Oktober, 2006

Es gab ein verlängertes Wochenende, da am Freitag der Tag der Revolution in Guatemala gefeiert wurde und ich wollte verreisen. Mit Janne, einer deutschen Freiwilligen die auch in der Comunidad arbeitet erlebte ich erlebnisreiches aber auch anstrengendes Wochenende. Schon um sechs Uhr morgens verließen wir Cobán mit einem Minibus in Richtung Westen. Unser Ziel war Huehuetenango, eine mit Cobán vergleichbare Stadt 150 Kilometer westlich von Cobán. Die Distanz war nicht weit, aber die Strecke durch die Berge auf Feldwegen und mehreren Umsteigen ließ uns erst nach zehn Stunden ankommen. “Huehue” wie die Bergstadt hier abgekürzt wird, hat genauso viele Einwohner wie Cobán, aber ist viel städtischer… viel mehr Verkehr, größere Häuser und mehr Nachtleben. Wir hatten das Glück das uns ein Freund zu den Maya-Ruinen von Zaculeu fuhr.

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Die Ruinen waren schon eindrucksvoll, aber im Vergleich zu europäischen Bauwerken im vergleichbaren Alter von 500 Jahren eigentlich nichts Besonderes. Allerdings fragte man sich doch wie die Menschen hier vor der Ankunft der Spanier gelebt haben. Bei einer anderen deutschen Freiwilligen übernachteten wir in Chiantla, einem Bergdorf und reisten dann am nächsten Tag nach Quezaltenango, der zweitgrößten Stadt des Landes. Dort unterschied sich allerdings nur das Zentrum, also der Parque Central von den anderen Städten. Die Bauwerke erinnerten an europäische Städte, aber ansonsten konnte man in “Xela” (Abkürzung) nur gut einkaufen. Ein Grund warum wir die weite Reise angetreten haben war, dass die bekanntesten Bands Guetamalas in Huehue am Abend spielen sollten. Wir wurden leider enttäuscht, da man selbst durch die Zeitung falsch informiert wurde. Es kamen nur recht unbekannte lokale Bands. Wieder waren wir dann Gäste einer andere Wohnung und freundliche Freiwillige aus den Staaten ließen uns übernachten. Am nächsten Morgen machten wir uns auf dem Heimweg und nach vielen Stunden der Fahrt und der Warterei bei Baustellen (von Feldwegen) kamen wir am späten Nachmittag in unsere Heimat, Cobán, zurück. Ich bin wirklich froh hier zu wohnen und hier als Freiwilliger zu arbeiten. Bis jetzt habe ich noch keinen besseren Ort für mich gefunden :)

Caminata – Wandertag

19 Oktober, 2006

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Die Ferien in Guatemala haben begonnen und am Montag kamen trotzdem zum Wandertag die meisten Kinder ins Projekt. Es gabe verschiedene Ausflugsziele und mitMalte betreute ich eine Gruppe von 15 Kindern. Unser Ziel war ein Naturpark am Stadtrand. Andere Gruppen waren auch dorthin unterwegs und so brauchten wir einen ganzen Bus für uns. Mit den Kindern konnte man nicht wirklich wandern, dafür hatten die Kinder viel Spaß auf den zwei Spielplätzen im Park. Im Armenviertel und im Projekt gibt es keinen einzigen Spielplatz und das sah man dem munteren Herumtollen der Kinder an. Vielleicht werden wir selbst einen Spielplatz auf dem Projektgeländer realisieren. Zurück liefen wir die für die Kinder gefährliche Hauptstraße, weil die anderen Projektmitarbeiter den Bus nicht zahlen wollten. Am Dienstag fand dann eine Sport- und Spielevormittag mit Fußball, Basketball, Volleyball und anderen Spielen statt. Obwohl Ferien sind wird die Alphabetisierung bis Ende November fortgesetzt und ab nächster Woche bieten wir Freiwillige einige Workshops für die Kinder am Nachmittag an. Ich bin gespannt wie mein Zeichnenworkshop ankommt.

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Viel hatte ich schon vor meinem Ausflug von Semuc Champey gehört und meine Gastmutter meinte es sei der schönste Ort Guatemalas. Am frühen Samstagmorgen machten wir uns von Cobán aus auf den Weg nach Lanquin und waren dann 3 Stunden für 60 Kilometer unterwegs, da die letzten 20 Kilometer nur Schotterpiste waren. Wir hatten vorgehabt nur einen Tag zu bleiben, dort angekommen merkten wir aber dass es kaum möglich war am selben Tag zurückzukehren. Semuc Champey liegt mitten im Nichts, dafür zeigt sich dort ein kleines Paradies. In einem Loch im Felsen verschwindet im Tal ein Fluss und taucht erst nach einem Kilometer wieder aus dem Fels auf. Über dem Fluss haben sich Becken aus Kalkstein geformt, die von anderen Flüssen gespeist werden und diese sehen mit kristallklarem Waser nicht nur toll aus, sondern man kann auch wunderbar darin baden gehen. Ebenso machte wir eine Höhlenwanderung mit einem Führer, aber es war kein Spaziergang, sondern ein kleines Abenteuer. Nur mit Badesachen und jeder einer Kerze betraten wir die Höhle und schon die ersten Meter musste man mit brennender Kerze in der einen Hand schwimmen. Die Höhle war eng und es floß ein Fluss durch sie. Später gab es Strecken von 50 Metern die man schwimmen musste. Nach einer Stunde waren wir wieder draußen… was für ein Abenteuer. Zu dem einzigen Hotel in 10 Kilometern Umkreis ließen wir uns dann den Fluß in Plastikreifen zurücktreiben und ich nutzte die Gelegenheit von einer 10 Meter hohen Brücke in den Fluss zu springen. Der Ausflug hat sich sehr gelohnt und der “schönste Ort Guatemalas” lag so abgelegen, dass der Generator abends nur zwischen sieben und neun für Strom angeworfen wurde :)

Nicht wirklich hatte ich mich gefreut meinen zweiten Bericht zu verfassen, denn fuer den ersten habe ich sicherlich mehr als zehn Stunden am Laptop verbracht. Fuer diesen brauchte ich aehnlich lange, aber es machte mir diesmal auch mehr Spass alles in Worte zu fassen. Das Problem war, dass ich zu viel zu erzaehlen habe. Ich habe mich in diesem Bericht auf das Projekt und meine Arbeit fixiert… Themen ueber das Land an sich kommen nicht ausfuehrlich zur Sprache. In vier Wochen kommt der naechste und ich wuensche natuerlich viel Spass beim Lesen. Ueber Antwortung oder Wertung wuerde ich mich freuen… neue Interessenten ebenso (einfach Mail-Adresse schicken):

:)

-Bericht II (16.09-15.10): Anstrengung-

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Der Vulkan

10 Oktober, 2006

Letzte Woche hatten Malte und ich nur unsere polizeilichen Führungszeugnisse im Außenministerium abgegeben, doch eine Woche später konnten wir diese jetzt verifizierten Dokumente abholen und die anderen Visumsunterlagen einreichen. In der Immigrationsbehörde musste jeder persönlich erscheinen und so reisten wir zu siebt in die Hauptstadt. Wir hofften dass wir alle Unterlagen zusammen hätten, aber es scheiterte dann polizeilichen Führungszeugnis (es fehlte ein Stempel) und an den fehlenden Kontoauszügen. Am Vortag hatten sie noch Kreditkarten als Zahlungsnachweis akzeptiert, aber jetzt muß ich auch ein Konto bei einer guatemaltekischen Bank eröffnen. Die Gebühren für das Studentenvisum betragen umgerechnet nur 30 €, aber der Aufwand für die Beschaffung der Unterlagen ist ernorm. Wir nutzten die Reise in die Hauptstadt indem wir wieder nach Antigua fuhren. Am Freitagabend gingen Lukas, Almut, Jan-Peter früh ins Bett um am nächsten Morgen um 4:30 aufzustehen. Wir wollten den nahen vulkan Agua besteigen. Jeder nur mit einem Rucksack bepackt ließen wir uns zu einem Bergdorf (2000 Meter) in Vulkannähe fahren.

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Um 5:30 liefen wir los und erst nach sechs Stunden erreichten wir den Gipfel. Der einfach Pfad wurde uns schnell zu langweilig und so verließen wir diesen und kamen aber so auf einen Weg, der bald zu einem Trampelpfad weiterführte und immer enger wurde. Der Berg wurde steiler, die Vegation dichter und irgendwann hörte der Weg auf. Wir kämpften uns weiter nach oben und es wurde immer schwieriger, da das Gestrüpp dichter und die Luft dünner wurde. Am Ende kletterten wir bei wirklichen 45 Grad Steigung den Berg nach oben und kamen dann kurz vor dem Gipfel wieder auf einen Weg. Die Zugspitze hat nicht mal 3000 Meter und dort wächst kein Pflänzchen mehr, aber auf dem Agua wachsen in 3750 Meter noch Bäume und Blumenwiesen :) Leider hatte sich der Himmel bis Mittag bewölkt, aber es war toll den Aufstieg geschafft zu haben. Im Krater gab es ein kleines Fußballfeld und der Kraterrand war mit Gebäuden und Antennen bebaut. Wir mussten bald wieder absteigen und so durchquerten wir auf einem richtigen Pfad einige Vegetationszonen und kamen nach vier Stunden wieder im Dorf Santa Maria de Jesus an. Wir waren todmüde und erschöpft, aber fest entschlossen einen anderen Vulkan zu erklimmen, vielleicht den Tajumulco mit 4300 Metern :o

Der Basurero

6 Oktober, 2006

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Die Comunidad Esperanza liegt in einem Armenviertel am Stadtrand, doch umso weiter man sich von Zentrum entfernt, desto einfach werden die Behausungen die man sieht und zwei Kilometer entfernt findet nach einem Weg durche eine üppig grüne Landschaft die Mülldeponie der Stadt, der Basurero. Natürlich wird wie bei uns der Müll irgendwo vergraben, aber bei uns lebt keiner von der direkten Müllverwertung. Einige Familien leben direkt bei der Müllhalde, andere in der Umgebung. Nicht nur die Erwachsenen sondern vor allem die Kinder sammeln Müll denn man weiter verwerten kann, denn diese Aufgabe ist die Lebensgrundlage einiger Familien.Als ich das erste Mal auf die Müllhalde kam schreckte mich das Bild ab: Viele Kinder und Erwachsene die in den Müllbergen verwertbares suchen, die meisten vom Müll stark verdreckt und ebenso viele Hunde und Aasvögel wie Menschen.

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Hier begann das Projekt der Comunidad Esperanza und ab dieser Woche wurde die Escuelita am Basurero, ein Schulgebäude mit einem Raum, wieder eröffnet. Vor zwei Monaten gab es Streit mit den Familien, aber jetzt soll wieder versucht werden Unterricht zu geben. Ich werde zusammen mit Tonio, einem engagierten Lehrer aus Spanien, dort den Kinder Lesen, Schreiben und den Umgang mit Zahlen beibringen. Obwohl wir an zwei Vormittagen die Schule nur sauber machen wollten, kamen schon viele Kinder weil sie einfach nur lernen wollten. Die Motivation der Kinder erstaunte mich und es machte mir sehr viel Spaß die ersten Stunden den Kinder zu helfen. Die Kinder sind wie jedes andere und man merkt ihnen ihre misserable Wohnsituation und andere Probleme nicht an. Die Schule wird nur vormittags geöffnet sein und an den Nachmittagen werde ich weiterhin Tutorias, also Nachhilfe- und Ergänzungsunterricht geben. Nächste Woche sind für fast alle Schüler Examen vor den großen Ferien und wie bei uns lernt an als Schüler meist nur unter Druck :)

Visum und Kurzurlaub

30 September, 2006

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Bis jetzt ist nicht sicher ob wir alle drei Monate nach Mexiko oder Belize ausreisen müssen um unser Visum zu verlängern. Es gibt die Option eines einjährigen Studentenvisums und die meisten Unterlagen haben wir mittlerweile zusammen. Malte und ich machten uns am Freitag am frühen Morgen auf den Weg in die Hauptstadt um das letzte Dokument zu besorgen. Es fehlte eine hier gültige Kopie des polizeilichen Führungszeugnisses und so mussten wir zur deutschen Botschaft im gefährlichsten Ort des ganzen Landes, der Hauptstadt. Die Botschaft hatte ich mir hübscher vorgestellt, dafür wurden unsere Dokumente recht unbürokratisch einfach abgestempelt und ich freute mich irgendwie mich mal wieder in einem deutschen Amt zu befínden :) Im Außenministerium Guatemalas reichten wir diese Unterlagen dann ein und nutzten den restlichen Tag um die Hauptstadt zu besichtigen. An der größten und verkehrsreichsten Straße befand sich
der botanische Garten den wir auf dem Weg ins Zentrum besuchten. Recht spontan lud uns später ein Freund ein mit ihm nach Antigua zu fahren und so kamen wir am frühen Abend in einer anderen Welt an. Antigua ist eine hübsche kleine Stadt im Kolonialstil, allerdings viel reicher und hübscher als jede andere Stadt. Natürlich wimmelte es hier von anderen Touristen, aber wir übernachteten und besichtigten auch am nächsten Tag die Stadt. Es gab viel zu sehen und wir sagten uns, dass wir beim nächsten Besuch der Stadt auf jeden Fall den Vulkan Agua (3750m) besteigen.

Noche de las familias

27 September, 2006

FT1

Normalerweise treffen wir uns sieben Freiwillige jeden Mittwoch in der WG um gemeinsam zu Essen und dann über uns, die Projektarbeit und alles andere zu reden und zu diskutieren. Diesen Abend gestalteten wir anders, denn wir hatten alle Gastfamilien zu einem gemeinsamen Abendessen in der WG eingeladen. Es kam Philipps Familie mit fünf Leuten, Almuts Familie zu dritt, Jochens Familie mit Freunde zu sechst und ebenso so meine Gastmutter. Wir hatten einiges an Essen vorbereitet und wir hatten große Sorgen dass für dann insgesamt 22 Leute das Essen nicht reichen würde. Jeder hatte irgendetwas zu Essen selbst gekocht oder einkauft und so konnten wir unseren Gästen ein gutes Essen anbieten. Uns war es wichtig dass wir gegenseitig unsere Gastfamilien kennen lernen und dass gelang recht gut in dieser großen Runde. Es blieb zum Glück Essen übrig und wir freuten uns dass dieser Abend gut ankam und wir die Familien jetzt besser kennen.

Am 15.September war hier in Guatemala der Nationalfeiertag an dem die Unabhángigkeit von Spanien gefeiert wurde. An dem Feiertag hatte ich auch mal die Zeit mich hinzusetzten und meinen ersten Bericht zu verfassen. Lange brauchte ich um die zehn Seiten zu schreiben, aber es hat Spass gemacht meine Erlebnisse und Erfahrungen in Worte zu fassen und mit Bilder zu versehen. Der Tag der deutschen Einheit ist natuerlich nicht am 4.Oktober, sondern am 3.Oktober :) (Fehlerteufel)

Viel Spass beim Lesen und Schauen!

Der Bericht ist im PDF Format und die Videos der Zeremonie zur Hissung der Flagge im Quicktime MOV Format.

-Bericht I (22.08-15.09): Unterschiede-

-Video der Kanonenschüsse am Nationalfeiertag (Quicktime Mov) 1-

-Video der Kanonenschüsse am Nationalfeiertag (Quicktime Mov) 2-

Kanonen

Leben in Cobán

3 September, 2006

Mittlerweile bin ich zwei Wochen in Guatemala und ich freue mich immer noch jeden Tag hier zu seien. Unsere Vorgänger haben uns sehr gut auf das Jahr vorbereitet und uns nicht nur die Stadt gezeigt und wichtige Dinge vermittelt, sondern auch Almut, Philipp, Jochen und mir je eine Gastfamilie gesucht. Lukas, Malte und Jan-Peter werden weiterhin in der WG leben, wir anderen bei Familien in Cobàn.

Vorgaenger

Ich wohne jetzt bei einer 60-jährigen Frau, habe ein Stockwerk für mich alleine (Bad eingeschlossen) und bekomme Frühstück, Mittag- und Abendessen serviert. Klar würde ich lieber mit den anderen zusammen wohnen, jedoch brauche ich jetzt viel Zeit für mich um die Sprache zu lernen und so bin ich auch der Sprache den ganzen Tag “ausgesetzt”.

Micasa

Jeden Vormittag gehe ich in eine Sprachschule, die Nachmittage in mein Projekt um Kindern Nachhilfe zu geben. Ich komme gut mit der Sprache voran und in vielleicht zwei Wochen werde ich den ganzen Tag im Projekt mithelfen können. Um den 15.September werde ich dann meinen ersten umfangreichen Erfahrungsbericht veröffentlichen. In genau einem Monat ist der 3.Oktober, der Tag der deutschen Einheit. An diesem Tag werden wir sieben Deutsche in Cobàn die deutsche Sprachen feiern, denn wir wollen versuchen sie einen Monat nicht zu nutzen :)

Bienvenidos a Guatemala!

27 August, 2006

sky

Endlich bin ich angekommen. Ich habe mich lange auf meine Ausreise gefreut und jetzt bin ich am Dienstag am späten Nachmittag in Guatemala Ciudad gelandet und kann noch immer nicht realisieren was jetzt auf mich zu kommt. Die ersten Eindrücke des Landes sind überwältigend und obwohl vieles so anders ist bin ich begeistert von den vielen Unterschieden. Die erste Nacht verbrachten wir mit unseren Vorgängern in der Hauptstadt und durch die Zeitverschiebung und einer kleinen Willkommensparty wurde mein Tag recht lang.

teamguate

Am nächsten Tag fuhren wir nach einer kleinen Stadttour in unser endgültiges Ziel und kamen am Abend in der Landeshauptstadt von Alta Verpaz, Cobàn, an. Wir sieben neue Freiwillige und zwei Vorgänger mussten uns in die Zivi-WG quetschen, in der das letzte halbe Jahr nur zwei Leute gewohnt haben. Wie wir uns in Zukunft aufteilen und ob wir noch eine zweite Wohnung anmieten ist noch nicht entschieden, aber unser Ziel ist es erst einmal einen Monat zusammen zu wohnen. Morgen beginnt mein Sprachkurs und ebenso wollen wir die Stadt besichtigen. Ich bin gespannt wie die nächsten Wochen werden und ich kann es kaum erwarten endlich in der Communidad Esperanz anfangen zu arbeiten.

wgblick

Ausreise

19 August, 2006

airport

Jetzt sind es nur noch drei Tag bis ich mit den sechs Cobaneros von Frankfurt aus über Madrid nach Guatemala Ciudad fliege. Der Flug dauert über 13 Stunden und außerdem müssen wir zwei Stunden in Madrid auf den Anschlussflug warten. Am Nachmittag werden uns die jetzigen Freiwilligen in Cobàn vom Flughafen abholen und mit uns in der Hauptstadt übernachten. Wie es dann weiter geht bleibt geheim, denn unsere Vorgänger wollen uns mit einem hoffentilich tollen “On-Arrival-Training” überraschen. Dieser Dienstag wird lang und anstrengend, aber ich freue mich immer mehr darauf endlich dieses Jahr zu beginnen. Die letzten Tage vor meiner Ausreise sind erschöpfend, denn ich muss Sachen für ein ganzes Jahr in zwei Taschen bekommen, letzte Erledigungen machen (Impfung Hepatitis A und Typhus), Spanisch lernen und mich von meinen Freunden und meiner Familie verabschieden. Nach dieser langen Vorbereitungszeit werde ich froh sein bald in Mittelamerika anzukommen und aus diesem Jahr eine wirklich wertvolle Zeit meines Lebens zu machen.

teamguate

Nach zwei Wochen in Lutter bin ich heute Nachmittag wieder nach Hause gekommen. Die 14 Tage waren wirklich toll, aber auch ziemlich erschöpfend. In vielen Seminaren und Workshops konnten wir viel lernen und hatten auch jedemenge Spaß. Schnell freundete ich mich auch mit den über 60 anderen Freiwilligen an. Als die sieben Freiwilligen die nach Guatemala gehen, bildeten wir bald eine Gruppe und nennen uns jetzt “Cobaneros”. Wir verstehen uns sehr gut und geben eigentlich ein super Team ab. Jetzt hatten wir endlich Zeit uns als Gruppe zu besprechen und einigten uns zum Beispiel, dass ich der Ländersprecher für Guatemala bin. Pablo, einer der Hauptkoordinatoren von WISE e.V., meint, dass ich jetzt “dafür verantwortlich bin dass Guatemala läuft”. Viel Verantwortung bedeutet dies nicht, jedoch habe ich mich um ein paar Dinge mehr zu kümmern.

jahrgang

Am Mittwoch den 9.August überraschte mich Pablo und Cordula damit, dass der Lions-Club von Eckental und Heroldsberg 1000 € für meinen Einsatz spenden wird. Ich war natürlich sehr begeistert und mit dieser Summe ist die Finanzierung des Dienstes auf steinernen Füßen. Mein Verein benötigt allerdings weitere Spenden für die Freiwilligeneinsätze, aber ich hoffe durch meine kommenden Monatsberichte und andere Öffentlichkeitsarbeit auf weitere Spenden. Das Seminar war eine sehr wertvolle Erfahrung und wenn es auch mit einigen Unannehmlichkeiten verbunden war, ist es sehr wichtig für meine Einsatzvorbereitung gewesen. Weitere Bilder erscheinen bald in der kommenden Galerie.

Hier noch die detaillierten Tagesberichte von Patrick Wagner: VBS Bericht

Die nächsten zwei Wochen bis zum 13.August werde ich auf der Burg Lutter in der Nähe von Braunschweig verbringen. Hinter dem kürzel VBS steckt Vorbereitungsseminar und wie der Name schon sagt, werden wir als zukünftige Freiwillige Helfer auf unseren Einsatz vorbereitet. Ich hoffe die zwei Wochen werden nicht zu stressig und hoffentlich wird viel Zeit da sein um sich mit den anderen Cobaneros anzufreunden. Danach werde ich ausführlich über alles berichten und dann die letzten zehn Tage bis zur Ausreise zu Hause verbringen :)

Wer den Sonntagsblitz (eine Regionalzeitung im Norden Nürnbergs) vom 23.Juli nicht bekommen hat oder ihn noch nicht gelesen hat, kann das hier nachholen. Im Regionalteil, Wochenanzeiger genannt, erschien auf der Titelseite ein langer Artikel über mich und mein Vorhaben. Auch wenn der Artikel nicht ganz meinen Vorstellungen entspricht, mag er doch den Leser allein durch die auffallende Überschrift und den besonderen Stil zum Lesen locken.

wochenanzeiger

Den Wochenanzeiger erhalten 21.000 Haushalte in Eckental und Umgebung. So groß ist das Publikum nicht, aber für den Anfang konnte ich damit viele Leute erreichen. Sobald ich in Guatemala bin, wird auch irgendwann ein von mir geschriebener Artikel in den Nürnberger Nachrichten erscheinen. Man sagt mir, ich seie jetzt in Eckental und Umgebung “berühmt”. Schön wäre es schon, denn immer noch fehlt ein großer Betrag an Spenden. Jedoch werde ich nicht “betteln gehen”, sondern rufe dazu auf mich und mein Vorhaben über eine Spende an WISE e.V. zu unterstützen. Vielen Dank der Redakteurin Frau Meyer für den Artikel.

AltesGym

Heute war der letzte Tag meines zweiwöchigen Praktikums in einer Grundschule in Eckental, welche ich vor 9-13 Jahren selbst besuchte. Wie auch die Tage zuvor radelte zur Schule und wurde bei meiner Ankunft von vielen Kindern, die an den Fenstern standen, mit einem Chor von “Hallo Maik” begrüßt. Ich verstehe bis jetzt nicht warum die Kinder so gerne zu mir kamen um mir zur Begrüßung oder zum Abschied die Hand zu geben :)

In diesen zwei Wochen habe ich viele Klassen und Lehrer kennen gelernt und viel darüber lernen können, wie man mit Gruppen von Kindern richtig umgeht und sie am Besten unterrichtet. Sicherlich wird es in der Schule in Coban schwieriger werden den Kindern wirklich dauerhaft etwas beizubringen, aber jetzt stehe ich nicht mehr mit ganz leeren Händen da, wenn ich im September anfange Unterricht zu geben.

Als Praktikant trägt man keine Verantwortung für den Unterricht und so konnte ich recht freundschaftlich mit den Kindern umgehen ohne damit Probleme zu bekommen, im Gegenteil: Die Kinder waren sehr freundlich zu mir und ich war ständig dabei von mir zu erzählen und stieß immmer auf großes Interesse :) Jedoch kann ich mit den Kindern in Coban nicht auf die Weise zurecht kommen, da man zwar respektiert wird, aber in kritischen Situationen keine Autorität besitzt. Dort muss ich versuchen die Kinder auf Abstand zu halten, auch wenn ich mit ihnen sehr gut auskommen würde. Ein Lehrer kann niemals der Freund seiner Schüler sein, denn der Unterricht würde zu sehr darunter leiden.

Der Abschied von den Kindern war toll und ich bekam sogar ein kleines Abschiedslied vorgesungen und erhielt ein kleines Geschenk. Die meiste Zeit des Praktikums war ich in den Klassen eines Lehrers, den ich damals selbst zwei Jahre als Grundschullehrer hatte und jetzt konnte ich erneut sehr viel durch seinen vorbildlichen Unterricht lernen.Vor dem Praktikum hatte ich mir nicht vorstellen können, dass die zwei Wochen so wertvoll werden würden, aber es hat sich allemal gelohnt.

Am 28-30.Juni fand in Alsfeld (Nähe Frankfurt) das Vortreffen für alle zukünftigen Freiwilligen von WISE e.V. statt. Schon um 7:00 machte ich mich auf den Weg und erreichte unsere Unterkunft, die katholische Stadtmission Alsfelds, erst um 13:00 mit meiner Fahrgemeinschaft. 60 Freiwillige wird WISE e.V. in diesem Jahr in die Welt aussenden und ich werde einer von 7 Freiwilligen in der Stadt Coban in Guatemala sein. Mit mir kommen Almut, Phillip, Jochen, Jan-Peter, Lukas und Malte nach Coban. Auch wenn Pablo und Cordula, die Hauptorganisatoren von WISE e.V. , uns Freiwillige über unsere Länder und Projekte informierten, war genug Zeit um sich gegenseitig kennen zu lernen.

Alsfeld

Ebenso stellten wir gemeinsam eine wirklich spektakuläre Spendensammelaktion auf die Beine. Wir versammelten uns am frühen Donnerstagabend auf dem Alsfelder Markplatz und jeder versuchte mit Musik, Jonglieren oder anderen Showeinlagen die Aufmerksamkeit der Leute auf uns zu ziehen. Dabei erhielten wir von nicht gerade vielen Zuschauen circa 250 € an Spenden. In einer größeren Stadt hätte so eine Fundraising Aktion das fünfache eingebracht.

Alsfeld2

Am 30.Juni brach ich mit meinem Mitfahrern recht früh auf und kam trotz eines Staus (3 Stunden Standzeit) gerade noch rechtzeitig zum Abigottesdienst des Abiballs meines Gymnasiums an. Die Kollekte des Gottesdienste sollte WISE e.V. zukommen und zu meinem Erstaunen wurden insgesamt 600 € gespendet. Vielleicht war meine kleine Rede zum Spendenaufruf ausschlaggebend :)

ich

Für ein ganzes Jahr gehe ich mit sechs anderen Freiwilligen nach Guatemala. In dem kleinen Städtchen Cobán werde ich in einem Schulprojekt Kinder betreuen und als Nachhilfelehrer tätig sein. Mein Einsatz läuft als Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) und meine Trägerorganisation ist die Weltweite Initiative für Soziales Engagement (WISE e.V.). Als Freiwilliger muss man diesen Dienst nicht bezahlen, jedoch benötigt der Verein finanzielle Unterstützung aus der Gesellschaft. Ein großer Betrag muss durch Spenden aufgebracht werden, da sonst der Verein niemandem das FSJ ermöglichen könnte. Auch wenn mir mein Verein große Freiheiten in meiner Tätigkeit in Coban überlässt, muss ich sehr verantwortungsvoll vorgehen, aber ich will mich der großen Herausforderung stellen:

Ich möchte das Jahr nutzen um Menschen zu helfen!

In den nächsten Wochen werde ich von meinem Vorbereitungsstress bis zum 22.August berichten und später dann sehr viel über Guatemala und meine Arbeit erzählen sobald ich dort gut angekommen bin :)

 


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